Abenteurer

Ulf Aminde

 

In der Reihe Abenteurer führte Ulf Aminde die mehrteilige Aufführungs + Ausstellungsreihe "Ruhe und Ordnung" auf.

 

Hier hat er in seine Arbeitsweise eingeführt und damit den Auftakt zu einem performativen Ausstellungsformat gelegt, bei dem er über fünf Termine situativ vor Ort erarbeitetes Material präsentiert und teilweise mit früheren Arbeiten in ein Verhältnis gebracht hat.

 

Ulf Amindes Arbeitsweise ist geprägt von der Darstellung und Selbstdarstellung von Menschen, die üblicherweise dem Kunstbetrieb fern stehen. Mit diesen Menschen erarbeitet er sprachliche, visuelle und installative Formate, die so zu Bühnen des Einzelnen oder auch einfach Abbildungen von Sozialformen werden. Das darin verborgene Dreiecksverhältnis zwischen Darsteller, Autor und Betrachter wird dabei gleichzeitig zu einer prinzipiellen Frage nach einer Bedeutung von Kunst und künstlerischem Arbeiten.

 

Ulf Aminde re-inszenierte u.a. mit Menschen von der Strasse klassische Konzeptkunstformate (Strasse ist Strasse und keine Konzeptkunst), baute eine Installation aus monoton spielenden Strassenmusikern (das Leben ist kein Wunschkonzert), lud IKEA-Kunden ein, sich selbst in den Möbelhausinstallationen zu inszenieren (welcome home), drehte mit ehemaligen Drogenabhängigen "ihren eigenen Film" (zusammenrotten), lud Punks ein für die Kamera "Reise nach Jerusalem" zu spielen (weiter) , begleitete über 1,5 Jahre Ostberliner Strassentrinker beim Fussballspielen (Täter und Opfer), lud Obdachlose in die Berliner MoMA-Ausstellung ein (ohne festen Wohnsitz) und arbeitet gerade an einer Theaterinstallation mit Langzeitarbeitslosen im Jobcenter Mannheim.