Jaro Straub

Jaro Straub

„From A to B and back to C“

28.10.2006 - 18.11.2006

 

 

Reverse Side 1963-2003, Fotoserie 2006

Reverse Side 1963-2003, Fotoserie 2006

"Gestorben", aus der Diaserie Gebrauchsgrafik  2003

"Gestorben", aus der Diaserie Gebrauchsgrafik 2003

Turm (ohne Geisterfänger), Atelieransicht 2006

Turm (ohne Geisterfänger), Atelieransicht 2006

Der Titel der ersten Einzelausstellung von Jaro Straub bei JET "From A to B, and back to C" beschreibt eine paradoxe Bewegung, die an die Philosophie Andy Warhols erinnert (From A to B and back again), wobei Jaro Straub den Weg zurück als einen Schritt nach vorne markiert. Er verlässt die lineare Wegstrecke von A nach B zugunsten einer „Dreiecksbeziehung“, in der Original und Reproduktion ihre Rollen tauschen.

 

Die zentrale Arbeit der Ausstellung ist die Fotoserie "Reverse Side 1963-2003" aus dem Jahr 2006, deren Ausgangspunkt Fotografien vom Vater des Künstlers sind, die 1963 überwiegend in Los Angeles entstanden sind. Jaro Straub «entwickelte» über den Prozess des Abzeichnens die Motive der Fotos neu, vergleichbar mit der chemischen Entwicklung im Fotolabor. Ein Teil der Tuschezeichnungen wurde dabei so geschwärzt, dass die Motive darunter nur noch zu erahnen sind, sie verschwimmen wie verblasste Erinnerungen. Diese im Jahr 2003 in Kalifornien entstandenen Papierbögen hat Jaro Straub wieder abfotografiert und auf diese Weise in das Ausgangsmedium zurückgeführt.

 

Der Auseinandersetzung mit dem privaten Archiv steht eine Diaserie mit Motiven aus der Zeitschrift „Gebrauchsgrafik“ gegenüber, die Jaro Straub in der Bibliothek des Art Centers in Pasadena, Californien entnommen hat. Die Auswahl der fotografierten Seiten entstand durch spontanes Durchblättern. Die 80 Reproduktionen bilden eine visuelle Schatzkammer, die nicht nur Einblick in die Vorlieben des Künstlers gibt, sondern auch das visuelle Gedächtnis vieler seiner Zeitgenossen geprägt haben. Die in einem Diakarrussell zusammengefassten Blöcke haben jeweils einen ganz eigenen Charakter, bestimmt durch den großen Zeitunterschied der gesammelten Bände

(1929-1939 = blau, 1962-1970 = rot).

 

Das dritte Element der Ausstellung ist eine raumgreifende Skulptur im Eingangsbereich, die das Farb- und Konstruktionsprinzip einer Dachskulptur von Erich Wiesner aus dem Jahr 1979 im Maßstab 1:2 aufnimmt. Von Wiesner als Kunst-am-Bau-Projekt für das Dach des Instituts für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen gegenüber vom heutigen Hauptbahnhof entwickelt, sind der Skulptur, neben dem Zeitgeist der 70er Jahre, Referenzen an den russischen Konstruktivismus eingeschrieben. Die Übersetzung der Skulptur von Jaro Straub in einen anderen Maßstab und einen anderen Kontext deckt diese formalen Referenzen auf, provoziert aber auch weitere Assoziationen.

 

Die Einladungskarte zeigt ein Foto mit Wiesners Dachskulptur im Hintergrund, das während der Bauphase des Hauptbahnhofs von Roland Horn aufgenommen wurde.

 

 

 

Ausstellungsansichten Jaro Straub